Corona Tracing-App kommt

Nächste Woche soll es also endlich soweit sein: Die Bundesregierung will die Tracing-App auf den Markt bringen. Das dies kein Gerücht ist oder ein sogenannter Fake, beweist die Bundesregierung auf ihrer Seite, auf der detailliert erklärt wird warum diese App kommt, wie verbraucherfreundlich sie doch sei, und zur Unterbrechung der Infektionskette unerlässlich ist. Im „Merkelschen“ Sinne also alternativlos.

Im Gegensatz zu einer „Tracking-App“ sei diese nicht in der Lage Standortbestimmungen durchzuführen. Zur Entwicklung der App wurde ein Auftrag an SAP und die Telekom vergeben.

Die Schnittstelle zur Nutzung der App dürfte sich inzwischen auf jedem Android und Apple Handy befinden. Meist zu finden unter „Einstellungen“ und „Google“. Lädt man nun „freiwillig“ die dazugehörige App aus dem Google Play Store herunter, wird das Ganze funktionsfähig.

Beratend Tätig sind dabei die Fraunhofer Gesellschaft sowie das Helmholtz-Institut für Informationssicherheit (CISPA) 

Video „Heise online“ v. 08.06.2020

Auffallend ist natürlich das diese App in sämtlichen Publikationen als nützlich und für die Gesundheit absolut notwendig dargestellt wird. Ist sie das wirklich?

Der Sommer steht vor der Tür, alle wollen Bewegungsfreiheit, da kommt die Idee mit der Tracing-App, die wir natürlich alle freiwillig runterladen sollen, gerade recht. App und im Gegenzug Lockerungen die uns nur erlauben was eigentlich normal ist? Natürlich wird von der Bundesregierung versichert, dass von China-ähnlichen Zuständen überhaupt keine Rede sein kann.

Doch weit im Hinterland hört man schon die Rufe nach einer Anwendungspflicht, schließlich werden Menschenleben gerettet, und wer wird dagegen schon etwas haben? Im Gegenteil, man schade anderen Menschen sogar, und dies sei höchst verantwortungslos. Das eigene Leben und die Gesundheit sind natürlich das wertvollste Gut was ein Mensch besitzt, daran sollte doch bitte jeder denken. Die Regierung gibt sich hier als fürsorgliche „Mutter Theresa“, die ja nur unser Bestes will. Wie man in den sozialen Medien lesen kann, gibt es viele Leute, die sich diese App sofort runterladen würden, wäre sie denn endlich schon da. Ja, es gibt ängstliche Menschen, und der Staat spielt mit diesen Ängsten, wie in den letzten Wochen und Monaten schon so oft. Die Resultate sind bekannt. Die Schlinge vom freiheitlich demokratischen Land hin zum Überwachungsstaat zieht sich um unseren Hals immer enger zusammen.

In China werden Menschen nach Punkten bewertet, was ihren sozialen Gehorsam betrifft. Inwieweit sie sich an die Regeln halten. Korrekt über die Strasse gehen. Sich mit Menschen anfreunden, die keinesfalls kritisch über den Staat und gesellschaftliche Strömungen denken geschweige denn, Kritik auszusprechen. Wer denunziert, erhält Punkte.

Natürlich, Deutschland ist nicht China. Doch es sollte in dieser Diskussion nicht nur um Datensicherheit gehen, sondern auch darum, was Kontrollmechanismen mit Gesellschaften machen. Wie man sie einsetzen will. Was mit den Minderheiten passiert, die sich ihnen widersetzen. Eine funktionierende Demokratie lebt von Gegensätzen, nicht von Gleichschaltung. Hier werden Möglichkeiten etabliert die eventuell nicht mehr rückgängig zu machen sind.

Foto Pixabay, R.S. 09.06.2020

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