Die Natur vor meiner Haustür....

Jeden Tag nur Corona, Corona…..ich denke gerade in der jetzigen Zeit sollte man den Moment genießen, und sich Zeit nehmen für die schönen Dinge,….den Moment auskosten. Derzeit geht einem durch die „Pandemie“ und deren Einschränkungen sehr viel an Lebensqualität verloren.

Als Schrebergartenbesitzerin habe ich darum immer die beste Gelegenheit die Natur zu beobachten. Ich habe sozusagen die Natur vor meiner Haustür.

Erholung pur, aber auch Tatkraft ist gefragt. Nicht immer macht es Spaß Unkraut zu jäten, Bäume zu beschneiden, Blumen zu gießen, zu pflanzen und und und….

Aber die Natur  belohnt uns mit vielen schönen Eindrücken; es ist schon ein Privileg so einen Garten zu besitzen.

Besonders schön und interessant ist die Insektenvielfalt zu beobachten. Ich schätze dies sehr, denn aus meiner Kindheit kenne ich wesentlich mehr Insekten, es hat sich viel geändert. Wenn es uns  früher auch total genervt hat, die vielen Mücken, die juckenden Stiche, sowie die Bienen- und Wespenschwärme vor denen wir regelmäßig flüchteten, so gehörten diese Tiere zu unserem Leben dazu. Es war ganz normal. Im Laufe der Jahre wurden es immer weniger Insekten. Besonders fällt auf, die fast verschwundene Artenvielfalt der Schmetterlinge. Jetzt haben Hausbesitzer fast alle einen Schmetterlingsbaum im Garten, aber die Falter sind sehr rar geworden. Heute freut man sich schon über einen Kohlweissling, der seine Eier in den Kohl ablegt und als Schädling galt, heut schon eine Rarität. Was für ein Wandel. Die intensive Landwirtschaft mit Ihren Insektiziden fordert ihren Tribut.

In meiner Schulzeit mussten wir in den Herbstferien auf den Acker und Kartoffelkäfer sammeln. Was für eine eklige Angelegenheit. Mit Einweckgläsern bewaffnet zogen wir durch die endlos erscheinenden Kartoffelreihen und sammelten die „Übeltäter“ ein. Pro vollem Glas gab es 10 Pfennige. Naja, es ging sehr schnell ein Glas zu füllen. Ich denke unsere heutigen Kids könnten wir für eine solche Arbeit nicht mehr begeistern. Aber ist ja auch nicht mehr nötig – heute wird alles Leben für den hohen Ertrag totgespritzt, koste es was es wolle.  

Ich komme aber nochmal auf meinen Schrebergarten zurück. Es ist herrlich anzusehen, wenn eine Biene oder eine Hummel in den Blüten einer Pfingstrose verschwindet, die Beine schon dick umhüllt von Blütenstaub.Emsig und immer wiederkehrend sind sie bemüht soviel Nektar zu sammeln wie es nur geht. Dieses Summen und Brummen zu hören, möchte ich nicht missen. Zum Glück haben die Kleingärtner es begriffen, und schützen besonders die Hummeln und stellen Bienenkästen auf. Damit haben sie sogar noch den Nutzen den Honig zu ernten. Als Kind empfand ich dieses Summen als Gefahr, heute freue ich mich über jedes Summen in meinem Garten.

Wer ist  als Städter schon so nah an der Natur. Diese lässt das Herz höher schlagen!

Eine Tierart vermisse ich allerdings besonders – den Maikäfer, sie summen zwar nicht, aber ich verbinde mit diesen fliegenden Käfern viele Kindheitserinnerungen. Immer im Mai gab es große Scharen, und wir Kinder sammelten sie in ausrangierten Zigarrenkisten. Je nach Färbung unter dem Bauch unterschieden wir drei Gruppen: Bäcker, Schornsteinfeger und Gärtner. Sicherlich war es für die Tiere nicht so „lustig“ in einer Box in großer Zahl eingesperrt zu sein, aber wir waren Kinder… haben sogar getauscht wenn eine Art überhand nahm. Abends hielten wir einen Stubenbesen aus dem Fenster und die Käfer, angezogen vom Licht, verfingen sich in demselbigen.

Ja, Kinder sind erfinderisch wenn es um „Beute“ geht. Die Konsequenz für die Maikäfer war allerdings leider immer der letzte Gang in den Hühnerstall, es war jedesmal ein Festschmaus für das Federvieh. Heute würde ich dies nicht mehr übers Herz bringen, aber die Zeiten und meine Achtung vor dem Maikäfer haben sich total gewandelt. Heute bin ich regelrecht traurig, dass es kaum noch welche gibt.

So ist es aber mit  vielen vielen Insektenarten, wo das hinführen sollen in Bezug auf unsere Landwirtschaft und die Erzeugung von unseren Lebensmitteln, das ist ungewiss.Die Insektenvielfalt verschwindet immer mehr mit unabsehbaren Folgen. Wenn ich die jahrelange Diskussion und Uneinigkeit bezüglich Glyphosatverbot als Beispiel nehme, so bin ich sehr skeptisch ob die Menschheit die Notbremse zieht und sich bewusst wird, dass wir alle diese Vielfalt brauchen und schützen müssen. Letztlich schaden wir nicht nur der Natur, sondern auch uns selbst.

 

So erlebe ich viele Tage in meinem schönen Garten, in dem die Welt noch in Ordnung scheint. Mal durchatmen….mal vergessen was um uns herum passiert……

Gehe ich abends nachhause, nehmen die Spatzen gerade ihr abendliches Bad. Ich freue mich schon auf den morgigen Tag……….

Einen lieben Gruß an euch….Stephanie

Foto/Text Stephanie 20.06.2020

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