Ein politischer Mensch...aber wie backt man einen Kuchen?

Ich stelle immer öfter fest, dass mir die Leichtigkeit des Seins verloren geht.

Da ich ein politisch sehr interessierter Mensch bin, schaffe ich es meist leider nicht, mal den PC ruhen zu lassen, um mich erfreulichen Dingen und Nachrichten zuzuwenden. Zu viel geschieht in unserem Land, das ein Ignorieren unmöglich macht. Dabei hat unser eigenes Leben genug Potential, die Sichtweise einmal auf andere Dinge zu lenken. Ich möchte deshalb heute etwas  ganz anderes Schreiben: eine persönliche „Geschichte“. Da ich mit mir selber durchaus kritisch bin, aber recht gelassen mit eigenen Mängeln umgehen kann, auch vieles mit großem Humor sehe, schreibe ich heute über „meine“ große Kunst des Backens…

Eventuell wird sich der Eine oder Andere das Schmunzeln nicht verkneifen können…

Ich lebte mit Mann und zwei Töchtern in einem Zweifamilienhaus in einem sehr guten nachbarlichen Miteinander. Mit Familie B. saßen wir oft zusammen, es gab viele unterschiedliche Themen zu diskutieren, man verstand sich einfach prima. Uns Frauen unterschied etwas Grundsätzliches. Ich konnte immer schon gut Kochen, jedoch überhaupt nicht Backen. Frau B. konnte nur mäßig kochen, war aber eine hervorragende Bäckerin, ich  beneidete sie immer darum.

Aber ich war mutig, experimentierfreudig, und traute mich immer wieder an verschiedene Backrezepte heran, mit meist sehr sehr mäßigen Erfolgen. Alle Tipps und Rezepte von der Nachbarin, vermochte ich leider nicht richtig umzusetzen. Gäbe es einen Preis für nicht gelungene Tortenböden, den bekäme ich mit Sicherheit. Viele Jahre sind vergangen, und wie viele Tortenböden sich nicht mal aus der Form lösen ließen, nicht aufgingen oder verbrannten,  ich kann sie nicht mehr zählen! Aber….. ich kann sehr gut welche einkaufen, eine meiner leichtesten Übungen.

Ein Kuchenrezept ist  bis heute immer wieder ein Thema mit meinen Töchtern: der „Stachelbeerbaiserkuchen“. Dreimal!!! habe ich es versucht, immer mit demselben Ergebnis: Beim Herausnehmen aus der Form lief die Masse wie dicker Brei auf den Tisch, meine Mädels hielten die vier Ecken der Tischdecke hoch, damit wir die Schweinerei nicht auch noch auf dem Boden hatten. Begleitet jedesmal von lautem Gelächter, und das auch noch heute, wenn wir daran denken. Selbst mein Enkel kennt diese Geschichte bereits. Ich vermag jedoch bis heute nicht zu sagen, was ich bei den drei Backversuchen falsch gemacht habe. Aber fest steht, einen vierten Versuch gibt es nicht.

Manche Dinge kann man…. oder eben nicht!

Natürlich bin ich heute etwas schlauer, aber wirkliche tolle Kuchen sind es nie geworden. Ich bin eine sehr spontane Frau, und das ist wahrscheinlich auch ursächlich für das Nichtgelingen hinsichtlich meiner Backkünste. Das gestehe ich unumstritten ein. Es ist meistens so: ich denke mir ich backe jetzt einen Kuchen, fange sofort an, und stelle fest es fehlt ein Ei, oder ich habe zu wenig Mehl. Mal ist die Milch ist sauer, oder ich habe den Zucker vergessen, und der Teig ist schon im Ofen…. Wenn ich dann auch noch den Töchtern zwischendrin erzähle, ich sei beim Backen, dann kamen Gelächter und kluge Sprüche, ob es denn diesmal gelingen wird? Womit sie leider ja auch fast immer recht hatten und haben.

Mein Enkel (11) hat mir neulich auf meine Küchentafel geschrieben: „Liebe Oma – erst alle !!! Zutaten abwiegen, auf den Tisch stellen, dann anfangen!!“ Tja, im Osterzopf fehlte dann trotzdem der Zucker, ich bin ein hoffnungsloser Fall!

Aber ich nehme alles  mit Humor, gebe auch nicht auf neue Backversuche zu starten. Und meine Familie unterstützt dies wohlwollend, obwohl ich immer öfter den Rat zu hören bekomme: „Lass es!“. Meine Reaktion: der besagte Osterzopf war in diesem Jahr der vorläufig letzte Versuch!

Mein Credo: Perfekt sein können viele, ich strebe dies nicht an, und das ist auch gut so. Denn das ist das Leben.

Foto: Pixabay, Stephanie 25.06.2020

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