Wolfgang Falout lebt im schönen Hessen, und schreibt schon sehr lange politische Satire. Aus diesem Grunde freuen wir uns auf seinen politischen Wochenrückblick. Dieser erscheint immer Sonntags hier.

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Der politische Wochenrückblick......

ICH HOCKE (WIE IMMER) IM SCHAUKELSTUHL, …………..

………..freue mich, dass Sie alle da sind, bin aber auch froh, dass Sie mich nicht sehen können, liebe Damen, geehrte Herren und verehrte Sonstige, denn ich trage ein Pflaster.

Ein Riesenpflaster auf meiner rechten Wange. 
Der Grund dafür? Minka, meine ansonsten absolut friedliche Hauskatze und Event-Managerin hat mich gekratzt. Absolut unvorhersehbar und wie aus heiterem Himmel. Ja, sie hat mich in den linken Unterarm gekratzt und deswegen trage ich jetzt dieses Pflaster auf meiner rechten Wange. 
Ob ein Pflaster auf der rechten Wange Sinn macht bei einer Verletzung am linken Unterarm??
Darüber brauchen Sie nicht zu diskutieren, denn Sie sind keine Politiker und können das dementsprechend überhaupt nicht beurteilen. 

Sehen Sie, wenn in der Stuttgarter Party-Location irgendwelche Event-Manager aus sämtlichen Erdteilen ihrem jugendlichen Übermut freien Lauf lassen, einen Sachschaden in 6- bis 7-stelliger Höhe verursachen, Polizisten tätlich angreifen und mehr oder weniger schwer verletzen ist das ungefähr vergleichbar mit meiner Kratzwunde am linken Unterarm. 

Und wenn dann bereits Stunden später unser Innen-Horst eine bis dato unbekannte rääächtsextremistische Gruppierung namens „Nordadler“ verbietet entspricht das eben dem Pflaster. Sie erkennen jetzt hoffentlich den Sinn einer solchen Maßnahme??

Natürlich ist das nicht miteinander vergleichbar, aber durchaus einer Betrachtung wert. Nach Horstls eigener Aussage besteht diese Gruppierung aus immerhin mehrerern Dutzend Mitgliedern(!), die überwiegend in sozialen Netzwerken (!!) unterwegs waren. Über irgendwelche Straftaten dieser Gruppe war mir bisher nichts bekannt, aber ich verlasse mich da voll und ganz auf die stets zuverlässigen Aussagen von Horstl und zur Gefährlichkeit einer solchen Gruppe. 

Natürlich müssen wir Verständnis haben für den Drang der Veranstaltungsteilnehmer in Stuttgart nach etwas mehr Freiheit während all dieser Corona-Beschränkungen, die nach Aussage bedeutender Persönlichkeiten die Ursache dieser Party war. Immer nur irgendwelche langweiligen Cocktails zu schlürfen ist auf Dauer nicht abendfüllend und der Weg vom Cocktail zum Molotow-Cocktail ist dementsprechend ein kurzer. Und das Plündern eines 1-Euro-Ladens spricht für die Bescheidenheit der Partygänger in Stuttgart. 

Und nach diesem Vorkommnis schlugen sie dann alle auf in Stuttgart, der MP Kretschmann von den Grünen, der BW-Innenminister Thomas Strobel von der CDU und natürlich Fritz Kuhn, der grüne Oberbürgermeister, um nur die allerwichtigsten zu nennen. Sie alle sind bestürzt, aber auch überrascht von einem solchen Gewaltausbruch und fordern jetzt eine „lückenlose Aufklärung“. Wenn Grüne aber im Falle eines Straftatbestands wie Landfriedensbruch, Körperverletzung und anderen schweren Delikten eine „lückenlose Aufklärung“ verlangen juckt es unter meinem Pflaster und wenn diese Forderung von der CDU unterstützt wird steigert sich mein Jucken ins Unerträgliche.

Aber die Polizei ist für weitere Events gerüstet.Am kommenden Wochenende werden mehrere Hundertschaften eingesetzt „um die Kontrolle in der Innenstadt zu behalten“, eine gut dreistellige Zahl von Beamten wird unterwegs sein, Polizeireiter, Polizeihundeführer und Ermittlungsbeamte sind unterwegs und die Ermittlungsgruppe wird von derzeit 40 Personen auf dann 75 Personen erweitert. Leute, wenn ca. 500 Stimmungsmacher einen derart großen Sachschaden anrichten, es eine kaum spürbare Anzahl von Festnahmen gibt, liegt es nicht an fehlendem Personal, es liegt einfach nur daran, dass man bestehende Gesetze nicht anwendet. Eigentlich ist es doch egal, ob 300, 400 oder 500 von der Regierung kastrierte Polizisten zuschauen müssen, wie in Stuttgart die Lichter ausgehen. 

Aber wenn in Stuttgart in einigen Läden das Licht ausgeht erscheint am Himmel ein Stern, der unglaublich hell leuchtet. Unsere Annegret Dings-Sauerampfer, die Frau, die das Vertrauen der gesamten CDU genießt, erscheint auf der Bildfläche, fordert mehr Anerkennung in der Gesellschaft für die Polizei und natürlich eine bessere Ausrüstung. Wir sollten aber bitte diese große Vorsitzende nicht verwechseln mit einer Frau gleichen Namens, die sehr erfolgreich die Rumpelwehr anführt, aber auf mehr Anerkennung für die Truppe verzichtet und auch nicht unbedingt eine bessere Ausrüstung für die unbedingt erforderlichen weltweiten bewaffneten Friedenseinsätze verlangt. 

Und Annegret, einen Marktplatz in Mali zu bewachen, in Afghanistan Schulen und Straßen zu bauen und vor der afrikanischen Küste Piraten zu bekämpfen ist toll, aber wenn in deutschen Innenstädten ein aufgewühlter Mob den Bürgerkrieg probt sollte vielleicht in der Politik ein Umdenken stattfinden und die Bundeswehr an ihre Kernaufgaben erinnert werden.

„Zausel, wir wollten nie mehr politisieren!“ erinnert mich die nette, allzeit sympathische, aber nicht allzu große Frau an meiner Seite, und erinnert mich damit an meine Vorsätze, die sie für mich gefasst hat.

Absolut unpolitisch geht es also jetzt weiter.
Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, wurde verabschiedet, bekam das übliche Bundesverdienstkreuz überreicht und sein Nachfolger, Stephan Harbarth, bekam seine Ernennungsurkunde überreicht. Und der Inhaber des wohl sinnlosesten Amtes in Deutschland, unser Bundespräsident, sprach unter Anderem die folgenden Worte: „Der Präsident ist das Gesicht des Bundesverfassungsgerichts.“ Ich konnte bei diesen schönen Worten nicht verhindern, dass mir einige Tränen über das Pflaster liefen, denn wenn der Gerichtspräsident das Gesicht des Bundesverfassungsgerichts ist, bedeutet das ja wohl, dass der Bundespräsident das Gesicht der Republik ist und dieser Gedanke hat mich zu Tränen gerührt

Natürlich ist der Präsident dieses Gerichts politisch unabhängig, aber eine Karriere innerhalb der CDU schadet nicht unbedingt, wie man bei Stephan Harbarth sieht und gerne auch nachlesen kann.
Bei aller Hochachtung vor Andreas Voßkuhle und seiner Amtsführung darf man aber auch nicht verschweigen, dass er unserem Land zweimal einen irreparablen Schaden zugefügt hat.

Ja, liebe Damen, geehrte Herren und verehrte Sonstige, Schaden durch Unterlassung bzw. durch Verweigerung. 
2012 war er vorgeschlagen für das Amt des Bundespräsidenten als Nachfolger von Christian Wulff.
Voßkuhle lehnte ab und bescherte uns damit den „DDR-Widerstandskämpfer“ Gauck, der das wiedervereinigte Deutschland in einen hellen und einen dunklen Teil aufsplitterte.
Und nach Gauck lehnte es Voßkuhle im Jahr 2016 ein weiteres Mal ab Bundespräsident zu werden und ermöglichte somit dem derzeitigen Ehrensöldner den Einzug ins Berliner Schloss. 

„Mein lieber Zausel“ ( da ist sie wieder, die Stimme, die mich permanent ermahnt) „ lang ist die Liste deiner Lebensjahre und lang ist dadurch auch die Liste der Bundespräsidenten, die du schon erlebt hast. Sicher möchtest du dich jetzt aber nicht mit den Präsidenten im Einzelnen befassen!! Nein, Zausel, das möchtest du wirklich nicht!!“

Nein, das möchte ich wirklich nicht, nur ganz allgemein erwähnen, dass wir schon Bundespräsidenten hatten, die durch das Land wanderten und Präsidenten, die als Wanderprediger unterwegs waren. Wir hatten einen Präsidenten, der durch seinen Gesang die Menschen erfreute und wir hatten einen Präsidenten, der zu den Einwohnern in Afrika gesprochen hat. Aber nur einen einzigen Präsidenten hatten wir bis jetzt, der spricht wenn er besser geschwiegen hätte und der schweigt, wenn man eine Wortmeldung von ihm erwartet hat. Und dass er die Sprache der Täter verabscheut, nicht aber das Geld der Täter zeigt die Zerissenheit seiner Person. 

„Zausel, aus Deinen Worten klingt eine gewisse Unzufriedenheit. Gibt es denn wirklich nichts was Dich zufriedenstellt?“ fragt die Nette.
Doch natürlich gibt es immer wieder Dinge, die mich zufriedenstellen und glücklich machen. Umfragen zum Beispiel.

Eine Umfrage des IT-Dienstleisters Unisys ergab zum Beispiel, dass sich die Deutschen trotz Corona-Pandemie und daraus resultierender Beschränkungen so sicher fühlen wie nie zuvor  Auf einer 300-Punkte-Skala erreicht Deutschland 122 Punkte und damit den zweiten Platz hinter den Niederländern mit 100 Punkten.Befragt wurden insgesamt 15000 Menschen in 15 Ländern, davon 1000 in Deutschland. 

„Wenn von 82 Millionen Bürgern 1000 befragt werden ist das durchaus repräsentativ und die allgemeine Zufriedenheit lässt sich hochrechnen. Hochrechnen lässt sich wahrscheinlich auch die Zahl der Corona-App-Nutzer. Wenn das ZDF meldet, dass mittlerweile 12 Millionen Bürger diese App nutzen, das ZDF aber für einen Wahrheitsgehalt seiner Nachrichtensendungen zwischen einem Drittel und maximal der Hälfte bekannt ist erkennen wir unschwer, dass mittlerweile ca. 24 bis 36 Millionen Bundesbürger die App nutzen, die Dunkelziffer aber wahrscheinlich sehr viel höher ist.“

Die Nette hat zwar das Wort „Dunkelziffer“ erwähnt, aber ich tappe nicht in diese Falle, vermeide jegliche Kommentare zu irgendwelchen Farbspielchen und vermeide aus gegebenem Anlass auch jeglichen Kommentar zu irgendwelchen Lebensmitteln, deren Verpackung und Werbeträger eine Rassismus-Diskussion am Köcheln halten. Ich werde mich also weder über Uncle Bens Kochbeutelreis äußern noch über Brandt-Zwieback.

Ich werde nur noch positive Meldungen verbreiten, z. B. aus der Wirtschaft.
Wussten Sie z. B., dass unsere Wirtschaft boomt, liebe Damen, geehrte Herren und verehrte Sonstige?? Gut, momentan leiden unser Exporte etwas unter der Pandemie, aber noch im vergangenen Jahr wurden Kriegswaffen im Wert von 823,6 Millionen Euro exportiert. Größter Kunde mit einem Einkaufswert von 344, 6 Millionen war unser privilegierter Beitrittspartner Türkei, der bereits im Jahr 2018 ein Drittel unserer Exporte aufgekauft hat. Im Jahr 2018 lagen die deutschen Waffenexporte noch bei insgesamt 770, 8 Millionen, wurden in 2019 noch einmal gesteigert und beweisen damit eindrucksvoll, dass die Welt nur friedlicher werden kann, wenn Deutschland genügend Waffen verhökert. 

Aber nicht nur die Zahl der Waffenexporte steigt, gestiegen ist auch die Zahl linksextremistischer Straftaten im Jahr 2019. Einer internen Aufstellung des BfV ist zu entnehmen, dass die Zahl der registrierten Delikte von 4622 im Jahr 2018 auf 6449 im Jahr 2019 gestiegen ist, also eine Zunahme von 40 %. Das „Personenpotenzial“ ist im gleichen Zeitraum um 5 % auf jetzt 33500 Personen gestiegen..Diese Zahlen nehme ich zur Kenntnis, sehe jetzt den Sinn Drehhoferscher Verbote von rechten Gruppierungen und unterstütze die Forderung nach „Mehr Geld für den Kampf gegen Rääächts“, denn merke: Ohne Rääächte gäbe es sicher auch keinen linken Terror. Horstl, du bist ein ganz geschickter Taktiker.

„Absolut keine Neuigkeiten aber gibt es aus Hessen zu vermelden, der geliebten Heimat“ weiß die Nette zu berichten, „in Hanau (der Stadt der Tat und des Täters, des ewigen Erinnerns und des Oberbürgermeisters) wir weiterhin getrauert, gemahnt und erinnert, wahrscheinlich bis in alle Ewigkeit, in Volkmarsen (der Stadt des Geschehens) wir weiterhin geschwiegen, wahrscheinlich auch bis in alle Ewigkeit; und in Frankfurt wird sich wahrscheinlich geeinigt. In zwei Flüchtlingsheimen der AWO wurden wahrscheinlich mehr Arbeitnehmer den Kostenträgern in Rechnung gestellt als jemals dort beschäftigt waren. Die Stadt Frankfurt als Kostenträger fordert nun 600000 Euro zurück, die AWO widerspricht dieser Forderung und man hat sich jetzt also auf Gespräche geeinigt. Eine ähnliche Personalpolitik vermutet man auch bei 18 Kitas, die die AWO in Frankfurt betreibt, also ein durchaus lukratives Geschäft. Aber auch in diesem Fall widerspricht man einer Rückzahlungsforderung, ist aber zu Gesprächen bereit.

Leute, gibt es Beweise für diese Vorwürfe braucht es keine Gespräche, es braucht ein knallhartes Durchgreifen der Justiz, denn man nennt es dann Betrug und spricht vom Missbrauch öffentlicher Gelder, also von Geld, welches der Steuerzahler der Stadt Frankfurt zu treuen Händen übergeben hat. 

Ich könnte noch so einige Geschichten erzählen, muss aber jetzt den Zausel ermuntern, den längst überfälligen Cappuccino zu bereiten und zu servieren, denn von nix kommt nix“.

Ich habe den Ausführungen der nicht allzu großen Frau gelauscht, befinde mich bereits auf dem Weg in die Küche und hinterlasse die übliche Drohung:

ICH KOMME WIEDER

Tschüüüssss

P.S.: Bleiben Sie ruhig und gelassen, vermeiden Sie es unangenehm aufzufallen und bedenken Sie: Ruhe ist des Bürgers erste Pflicht. Das sagte Friedrich Wilhelm Graf von der Schulenburg-Kehnert, der Gouverneur von Berlin, am 18. Oktober 1806.
Es könnte allerdings auch ein Spruch von Horstl Drehhofer sein, der jegliche Unruhe vermeidet, sich nur zu Wort meldet, wenn er sich eine Meinung gebildet oder sie revidiert hat und ansonsten glücklich und zufrieden die Meinung seiner Chefin vertritt und gerne auch mal auf Strafanzeigen verzichtet, die mehr als angebracht wären. Nähere Angaben dazu entnehmen Sie bitte der TAZ und einer dort ansässigen Qualitätsjournalistin.

P.P.S.: Nein, ich werde diese Aussagen des Zausels nicht kommentieren. Ich werde jetzt den Cappuccino genießen und anschließend den Herrn Zausel zu einem Einzelgespräch bitten, um einige seiner Aussagen zu erörtern. Das werde ich tun, aber kommentieren werde ich sicher nicht. 
Ich freue mich auf ein Wiederlesen und wünsche uns allen eine schöne Woche, ohne jegliche Events.
LGB

Titelbild:Pixabay, Wolfgang Falout 28.06.2020

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