Gender - eine schwierige Thematik

Das Thema Gender taucht immer wieder in den Medien auf, und ich frage mich, was fange ich eigentlich damit an? Brauche ich diese Veränderung der Begriffe und der Sprache?

Zuerst einmal etwas zur Begrifflichkeit:

Was ist „Gender“?

Gender hat sich als Fachbegriff für „Geschlechtsidentität“ auch im deutschsprachigen Raum etabliert. Für die Übernahme des englischen Wortes spricht, dass im Deutschen mit dem Begriff Geschlecht von den meisten Menschen vor allem das biologische Geschlecht assoziiert wird, also das, was im Englischen als „sex“ bezeichnet wird. Mit dem deutschen Wort „Geschlecht“ ist also bislang das Risiko verbunden, die Bedeutung von Geschlecht als ein historisch veränderbares, soziales und kulturelles Verhältnis aus dem Blick zu verlieren. Gegenwärtige Forschung geht davon aus, dass „Geschlecht“ immer soziale, kulturelle, politische und biologische Komponenten beinhaltet, die sich historisch verändern können. 

Soweit die Theorie. Nun sind wir Menschen in gewisser Hinsicht „Gewohnheitsaffin“, zumindest die Mehrheit. Neuerungen brauchen immer recht viel Zeit, um von der Bevölkerung angenommen und umgesetzt zu werden. Auch der Sinn einer Veränderung unseres Sprachgebrauches muss klar und eindeutig vermittelt werden. Einfach mal die Sprache begrifflich zu ändern funktioniert meist nicht.

Brauchen WIR diese Neuerungen? Sind diese wissenschaftlich fundiert oder einfach Humbug? Oder sogar ausufernder Spinnkram oder gar eine ideologische Manipulation? Fragen über Fragen tun sich mir auf! Ich bin allerdings überzeugt, nicht nur ich stelle die Frage nach der Sinnhaftigkeit, unsere über Jahrtausende gewachsene Sprache zu verändern. Aber es bedarf etwas Rückblick.

Ich erinnere mich noch sehr genau wie ich in meiner Jugend ab dem Alter von ca. 14 Jahren mit „Fräulein“ angesprochen wurde. Das bedeutete, jung, ledig und noch „rein“. Obwohl Letzteres niemanden etwas anging. Zu keinem Zeitpunkt habe ich diese Ansprache in Frage gestellt, es war halt so! Dass es für Jungs und junge ledige Männer keine ähnliche Bezeichnung gab, habe ich nie hinterfragt. Damit war ich auch nicht allein.

Über viele Jahre schien die Geschlechterrolle kein wirkliches Thema in unserer doch eigentlichen offenen Gesellschaft zu sein. Eine Veränderung entwickelte sich zwar mit den Christopher Street Days in immer größerem Umfang, aber in der Bevölkerung wurden diese meistens eher als bunte Events einer bestimmten Menschengruppe wahrgenommen. Homosexuelle und Lesben feierten, und viele Menschen jubelten ihnen am Straßenrand zu. Ich denke auch ohne über den wahren Hintergrund dieser Veranstaltungen nachzudenken. Vielleicht ist es eine Generationenfrage, denn die Rollen von Mann und Frau, homosexuell oder lesbisch, haben sich in unserer Gesellschaft und der gesamten Welt sehr verschoben. Inzwischen gibt es gleichgeschlechtliche Ehen, Adoptionen sind dabei möglich, dass „alte“ Modell Ehe zwischen Mann und Frau dominiert unsere und andere Gesellschaften schon lange nicht mehr.

Vielfalt gehört zur heutigen Lebensweise,  und das ist auch gut so!

Im Folgenden ein Erklärungsversuch. Brauchen wir das wirklich?

Video FUMA/YouTube

Nun gibt es aber noch wesentlich mehr Geschlechtsbezeichnungen, es sollen 60 verschiedene Geschlechtsidentitäten sein. Auf die speziellen Definitionen kann ich hier nicht eingehen, da dies zu komplex wäre. In der allgemeinen Betrachtungsweise ist dies jedoch entscheidend. Aber, bedarf diese Entwicklung wirklich auch einer Veränderung unserer Sprache? Braucht es neue Regularien im täglichen Umgang miteinander? Muss der Gesetzgeber wirklich eingreifen, wenn es z.B. um Zeitungsanzeigen von Firmen geht in denen Mitarbeiter gesucht werden? So heißt es jetzt zum Beispiel laut Bestimmung: „Gesucht werden Mitarbeiter für die Verwaltung, m/w/d“ (d = divers), soll heißen, ein Gesuch egal welchen Geschlechts für diese Tätigkeit. So weit so gut. Hier im Gender-Wörterbuch kann man sich die „Übersetzungen“ anschauen.

Was bedeutet das für die Menschen? Wollen oder sollen sie sich bei ihrer Bewerbung oder bei einem Vorstellungsgespräch outen? Müssen jetzt in sämtlichen Betrieben, Verwaltungen, Schulen oder dergleichen auch „Gendertoiletten“ vorhanden sein? Wer setzt diese Maßstäbe? Darf nun nicht mehr geschrieben werden Mitarbeiter/in, Arbeiter/in usw.? Die Antwort scheint JA. Fühlen sich Menschen mit einer anderen Geschlechtlichkeit, außer Mann/Frau wirklich diskriminiert, wenn es jetzt heißt: statt Professor / Professorin = „Profex“ (gendergerecht), ist das wirklich gerechter? Meines Erachtens doch ziemlich verwirrend und befremdlich.

Auch die Schreibweise verändert sich, was einen langen Prozess der Umgewöhnung bedeutet. 

Zwei Beispiele: 

Gender-Sternchen: Student*innen oder Gender-Gap: Lehrer_innen. 

Gendergerechte Sprache betrifft intersexuelle Menschen, die biologisch sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsmerkmale (etwa in Bezug auf Chromosomen und Hormone) aufweisen. Dabei handelt es sich geschätzt um mindestens 80.000 Menschen in Deutschland.

Nun möchte ich mich nicht missverstanden fühlen. In unserer offenen Gesellschaft soll und muss jeder Mensch gleichgestellt sein, und es sollte keinerlei Diskriminierung geben. Egal welcher Herkunft, welchen Geschlechts und geschlechtsspezifischer Zuordnung.

Aber ich stelle mir doch folgende Frage: Ein Land mit 83 Millionen Menschen ändert seine Sprache, weil sich sonst eventuell eine Minderheit nicht gesehen, geachtet und verstanden fühlt. Gäbe es nicht andere Mittel und Wege, um eine „Gerechtigkeit“ für diese Menschen zu gewährleisten? Wir wollen eine weltoffene Gesellschaft sein, ist dieser sprachliche Wandel jedoch der richtige Weg? Ganze Wissenschaftszweige beschäftigen sich mit dieser Thematik. Ich kann diese Frage nicht beantworten.

Nur die Zukunft, und unsere gesellschaftliche Entwicklung  wird zeigen, ob Gender der richtige und sinnvolle Weg ist, oder ob wir unsere schöne deutsche Sprache nicht beibehalten sollten. Dabei brauchte ich zur Übersetzung kein Wörterbuch. Außerdem, so denke ich, gibt es wichtigere Dinge in unserem Land, die absoluten Vorrang haben.

Foto Pixabay, Text Stephanie 05.07.2020

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