Nicht nur Corona: Graffiti und Vandalismus ein Problem der Zeit ?

Warum schreibe ich heute – in der von Corona geplagten Zeit – von Sprayern bzw. Vandalismus? Ganz einfach: Corona kostet den Steuerzahler Milliarden, Graffiti ebenfalls gewaltige Summen. Auch in der momentanen Situation müssen von uns also Kosten geschultert werden, die nicht hätten sein müssen.

Egal wo wir in unserem Land sind, uns begegnen in allen Regionen und Städten mal mehr mal weniger Graffitis. 

Anfang der neunziger Jahre konnte man nur wenige dieser „Kunstobjekte“ entdecken, dies schien auch niemanden zu stören. Ob Bilder, Zeichen oder einfach nur Schmierereien, meist an Hauswänden, hielten sich in Grenzen. In der ehemaligen DDR (meine ehemalige Heimat) meist nur zu sehen in den Großstädten, wie in Ostberlin. Aber auch in nur geringem Ausmaß. Vielleicht lag es an der Mangelwirtschaft, denn es gab von allem nicht genug, schon gar keine Spraydosen. Auch spielte sicherlich die Erziehung eine Rolle, denn es wurden vom Elternhaus noch Werte und Normen vermittelt an die Kinder, wenn auch immer unter der sozialistisch ideologischen Knute.

Jetzt schreiben wir das Jahr 2020, und rückblickend kann man sagen, dieser „Graffiti-Kult“ hat unerträgliche Ausmaße angenommen. Ob in Groß – oder Kleinstädten, selbst in idyllischen Dörfern finden sich diese Schmierereien an Bushaltestellen, Hauswänden, Stromkästen, Bahnhöfen, ja sogar an Bäumen verewigen sich Menschen mit Schriftzügen jeglicher Art. Von wirklicher Kunst kann man selten reden.

Viele Kommunen scheinen bereits den Kampf gegen diese Nichtachtung von Privat- und Gemeinschaftsgut aufgegeben und verloren zu haben. Es wird oft von den Städten viel Geld in die Hand genommen, um Fassaden wieder zu reinigen und instand zu setzen. Oft jedoch vergebene Mühe, ein paar Tage später dasselbe Bild: sinnlose und oft inhaltslose Schmierereien „verzieren“ die eben gereinigten Flächen. Man muss wirklich von VANDALISMUS sprechen, von sinnfreier Zerstörungswut.

Besonders Großstädte wie Berlin, Hamburg, Halle, Leipzig sind betroffen, auch die Länder NRW und Baden Württemberg ächzen unter der Graffiti-Flut. Laut Medienberichten ist besonders die Bahn immer wieder Opfer von diesen Sprayer-Attacken. So entstand 2019 zum Beispiel ein Gesamtschaden für die Bahn in Deutschland durch Graffiti und Vandalismus von sage und schreibe 38 Millionen EURO. Der Deutsche Städtetag hat die Summe vor einigen Jahren mit 200 Millionen Euro beziffert.

Leipzig scheint sich als Schwerpunkt für die Sprayer-Szene entwickelt zu haben. Die Bahn musste 13 Millionen Euro im vergangenen Jahr für die Beseitigung von Graffiti an Zügen und Bahnhofsgebäuden investieren. Ein krasses Beispiel und eine ungute Entwicklung in unserem Land.

Nun ist diese Entwicklung nicht nur in Deutschland zu verzeichnen, jedoch die Problematik bleibt dieselbe. Wie und warum konnte sich diese Szene, dieser Vandalismus sich so extrem und explosionsartig entwickeln? Sind die heutigen Gesellschaftsformen und Normen nicht mehr tragfähig, die meist jungen Menschen dazu treibt, gesellschaftliches Eigentum bis hin zu Privateigentum zu verschandeln und zu beschädigen und zum Teil für ihren Hass und Missmut zu benutzen bis hin zur Zerstörung? Es sind nicht niedliche Bildchen, die gesprüht werden, sondern meist verfassungswidrige Symbole und beleidigende Texte mit rassistisch oder politischem Hintergrund.

Hassparolen gegen politische Parteien und besonders gegen die Polizei scheinen an der Tagesordnung und sind überall zu finden.  Besonders die sog. ANTIFA ist extrem aktiv im „Bemalen“ von Häusern jeglicher Art, im Verbreiten Ihrer Symbole und Hasstiraden. Viele Gebäude, ob Alt- oder Neubau, Bahnhöfe, Bushaltestellen, besonders beliebt sind Stromkästen, alles wird sinnfrei „verschönert“ Das klingt jetzt ziemlich sarkastisch, aber diese Art von Zerstörung und Wut gegen unsere Gesellschaft ist kaum zu ertragen.

Ich selbst habe 350 Aufnahmen nur im Zentrum meiner Heimatstadt (knapp 40 000 Einwohner)  gemacht, und war erschrocken über diese geballte Verschandelung. Diese Form des Vandalismus ist ausgeufert, und zeigt für mich die Verwahrlosung unserer Gesellschaft, die es nicht schafft, besonders der Jugend die Verantwortung zu vermitteln, Eigentum zu respektieren und zu schützen.

Aber es gibt Hoffnung: Es formiert sich endlich auch unter den Bürgern ein Sinneswandel zum Handeln, und diese Schmierereien nicht tatenlos zu dulden und einfach wegzuschauen. In vielen Städten finden sich Menschen, um diesem Vandalismus etwas entgegenzusetzen. Es gründen sich Initiativen die sich gegen diese Entwicklung richten. Es werden zum Beispiel Patenschaften übernommen für Bushaltestellen: Immer wenn diese wieder verunstaltet werden mit Graffiti und unsinnigen Parolen, dann übernehmen diese „Paten“ die Beseitigung, überstreichen die „Gemälde“ und somit ist der „IST-Zustand“ wiederhergestellt.

Eine alte Regel kommt zum Tragen: Dort wo einmal Müll liegt, kommt immer mehr dazu, die Hemmschwelle sinkt bei uns Menschen, wir werden nachlässig, auch einfach etwas zu sprayen fällt leichter. Angewendet bei den Schmierereien werden enorme Erfolge sichtbar. Wo eine saubere Fläche wiederhergestellt ist, dauert es wesentlich länger bis ein neues „Kunstwerk“ gesprayt wird.

Ein weiteres Beispiel dem Vandalismus etwas entgegenzusetzen ist die Landeshauptstadt Saarbrücken, sie bietet Graffiti-Künstlern legale Flächen zum Ausdruck ihrer Kunstform an mehreren Brückenpfeilern an. Derartige Beispiele in anderen Städten gibt es bereits zahlreiche in unserem ganzen Land.

Graffiti wird uns in unseren Städten und Dörfern weiter sichtbar begleiten, davon ich überzeugt. Von den meisten Menschen und auch dem Gesetzgeber wird dies als krimineller Akt gewertet, und bestraft. Rigorose Verbote und Bestrafungen scheinen jedoch nicht das Mittel der ersten Wahl zu sein.

Wünschenswert wäre eine offene Diskussion über unser gesellschaftliches Zusammenleben, indem Alt und Jung ihren Platz einer gemeinsamen Verantwortung finden.

Fotos Pixabay, Stephanie 09.07.2020

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