Gedenkstunde,....für wen?

Mit großer Verwunderung hörte ich von unserem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier die Anregung, eine offizielle Gedenkstunde für die tausende von CORONA-Toten in Deutschland abzuhalten. Seiner Aussage “Der Corona-Tod ist ein einsamer Tod“ schließe ich mich an, jedoch, wer hat denn diese einsamen Zeiten von Sterbenden zu verantworten? Nicht die Angehörigen, nicht das Pflegepersonal in Altenheimen oder Krankenhäusern! Auch nicht die Hinterbliebenen, die in seltensten Fällen Abschied von Ihren Lieben nehmen durften.

Nein es war eine hysterisch handelnde Politik, die diese unmenschliche Verfügung erließ! Die Altenheime glichen fortan Festungen zu Kriegszeiten.

Jetzt erst nach Ausbruch von Corona im März dieses Jahrs besinnt sich ein Bundespräsident Steinmeier den Angehörigen politisches Mitgefühl entgegenzubringen. Was hat denn unser Bundespräsident verschlafen? Nun wird mit der großen Mitgefühlsmaschinierie gearbeitet. Sogar die Verfassungsorgane sollen von Steinmeier mit ins Boot geholt werden, ob denn eine Gedenkfeier der richtige Rahmen wäre.

Es geht um das Nichtvergessen der Trauer von Angehörigen der ca. 9300 Toten, die an Corona angeblich verstorben sind. Denn, es gibt keinerlei offizielle Beweise, ob diese Menschen mit oder an Corona in Deutschland verstorben sind! Unbestritten bleibt, dass jeder Tote einer zu viel ist. Ich frage mich jedoch: wo war denn damals das  ehrenvolle Gedenken an die ca.26 000 Todesopfer die 2017/2018 in unserem Land an einer verheerenden Grippewelle verstorben sind? Ich kann mich an keinen Aufschrei der Politik erinnern! Auch nicht an Sicherungsmaßnahmen von Senioren – und Pflegeheimen, sowie Krankenhäusern. Wie ist das zu erklären? Ich kann es nicht beantworten.

Ich vermag mir die seelische Belastung und Verzweiflung der Angehörigen kaum vorzustellen. Ich habe selbst in der Pflege gearbeitet und Sterbende begleitet. Nicht immer konnte ich dem Menschen auf seinem letzten Weg Kraft geben. Es ist immer eine schwierige und psychisch belastende Aufgabe für das Pflegepersonal. Auch waren die Angehörigen nicht immer dabei, und konnten ihren Lieben in den letzten Stunden die Hand halten. Sicherlich aus den verschiedensten Gründen, aber es stand NIE ein Verbot oder eine entsprechende Anordnung der Politik dahinter.

Nun frage ich mich, wie es denn zu so einer drastischen Maßnahme kommen konnte, jegliche Besuche in Krankenhäusern und Pflegeinrichtungen zu verbieten? Ich sehe dies als puren Aktionismus der Politik, der sich allein auf Zahlen und Vorschläge des RKI, sowohl damals, als auch noch heute beruft.

Woher kam denn plötzlich die unbegreifliche Angst, besonders die Senioren schützen zu müssen? Was ja im Grunde richtig war und ist, aber mit derartig drakonischen Maßnahmen? Was hätte dagegen gesprochen in ausreichender Schutzbekleidung mit Mundschutz, Gummihandschuhen und vorheriger Desinfektion die sterbende Mutter, den Vater, Mann, Frau, Bruder, Schwester oder sogar das eigene Kind im Sterbeprozess zu begleiten?

Es war und ist doch nicht nur die Ansteckungsgefahr. Besonders die nicht ausreichende Kapazität an Schutzbekleidung für das Personal und die Angehörigen! Also wieder einmal das Versagen der Politik! Nun hat sich ja einiges getan, aber ich denke es gebührt nicht nur eines Gedenkens an die vielen Corona-Toten, sondern es gebührt einer Entschuldigung der Politik für ihr Unvermögen, sich auf etwaige Pandemien (wenn es denn eine ist) grundsätzlich immer vorzubereiten. Das wurde eindeutig über Jahrzehnte versäumt!

Was ist jedoch mit den vielen Senioren in Alten- und Pflegeheimen in der jetzigen Situation?

Wie kommen diese alten Menschen mit den Besuchsverboten ihrer Lieben zurecht? In vielen Einrichtungen sind diese nämlich immer noch sehr eingeschränkt, entgegen vollmundigen Versprechungen unseres Gesundheitsministers.

Ich erinnere mich noch an die schrecklichen Bilder von weinenden alten Menschen, die vor Sehnsucht nach ihrer Familie völlig verzweifelt waren. In einigen Fällen hörte ich sogar von Nahrungsverweigerung. Bekannt ist für uns alle, Einsamkeit macht krank und führt zu seelischen und körperlichen Beschwerden. Was für eine „Gedenkstunde“ ist denn für diese Menschen geplant? Unser Bundespräsident erwähnte diese meines Wissens nicht. Auch ist nichts zu hören von einer Gedenkstunde für Corona- Tote in Gefängnissen, Obdachlosen- und Asylunterkünften. Überall dort, wo es einen riesigen Personalmangel gibt und den nicht erst seit Corona.

Nicht verstehen können diese alten Menschen es sicher auch jetzt nicht, wenn das Personal nur die notwendigste Pflege und Betreuung gewährleisten können. Diesem Personal zolle ich meinen größten Respekt, denn unter den Corona Bedingungen wurde und wird ihnen sehr viel abverlangt. Der schon erwähnte Personalmangel und der Personalschlüssel sind seit Jahren nicht an den Bedarf angepasst worden. Klatschen als Anerkennung reicht den Pflegern und Pflegerinnen bei Weitem nicht. Hier handelt es sich lediglich um eine schöne Geste, mehr nicht!

Altenpflegekräfte werden händeringend gesucht, und diese werden in Zeiten von Corona heldenhaft gelobt. Doch wenn es ums Geld geht, sieht es gleich ganz anders aus.  Teilweise schuften demnach vier von fünf Altenpflegern für ein Mini-Gehalt, trotz Krisen-Bonus. Weiterhin darf auch erwähnt werden, dass Teilbereiche der Pflege diesen Bonus immer noch nicht erhalten haben. Bundesweit verdienen 28,3 Prozent der Vollzeit-Altenpflegekräfte einen Niedriglohn. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland: In Westdeutschland liegt der Anteil der Niedriglohnbeschäftigten bei 25,3 Prozent. Im Osten beträgt dieser Anteil 40,7 Prozent. (Zahlen der Bundesagentur für Arbeit).

Was meinte unser Gesundheitsminister Jens Spahn kürzlich bei einem Besuch eines Krankenhauses in meiner Region in einem Interview? Er halte die Gehälter der Pflegekräfte für recht angemessen, man dürfe nur nicht den Beruf so schlechtreden, dann würden sich auch Menschen für ihn interessieren.

Das sagt ein Politiker der sich mit seinem Ehemann gerade erst eine Villa in Berlin Dahlem für 4 Millionen gekauft hat (Tagesspiegel Plus am 15.08.2020). Was für ein Signal!! In Zeiten von Firmenpleiten, Kurzarbeit, Wohnungsnot und der ständig latenten  Gefahr von Arbeitslosigkeit, sowie den Folgen des übereilten und unsinnigen Lockdowns. An Dekadenz von Spahn dem Volk gegenüber kaum zu überbieten!

Unser Bundespräsident betreibt Symbolpolitik, indem er nun die ganzen maßlos übertriebenen Verbote mit dem Argument rechtfertigt, die ältere Generation muss zuerst geschützt werden in unserem Land. Diese Verbote haben alte Menschen zum Teil in die Verzweiflung getrieben. Altenheime wurden umgestaltet in Festungen. Das Personal durfte diese verlassen, die Bewohner waren und bleiben eingesperrt.

Eine bekannte Pflegeleiterin eines Seniorenheimes äußerte mir gegenüber einmal, wie unangemessen sich Menschen benehmen würden, wenn sie Kontakt zu ihren Angehörigen im Heim suchen würden. Hintergrund war eine Plakataktion zum Geburtstag ihrer Mutter in ihrem Heim am Zaun des Geländes. Dieser Aktion kann ich jedoch voll beipflichten. Das Unverständnis der Leiterin billige ich allerdings nicht. Ich hoffe hier handelt es sich um eine Einzelmeinung. Es gab viele Ideen von Angehörigen den Kontakt zu gestalten, gemeinsam Lieder singen am Fenster der Oma oder des Opas, Kerzen aufstellen am Geburtstag, Enkelkinder basteln kleine Geschenke und anderes mehr. Aber all dieses verdeckt nicht die unsägliche Einsamkeit der Senioren und Seniorinnen.

Fazit

Es gäbe viele Ideen für Gedenkstunden, wenn die Politik bemüht wäre diese auch umzusetzen. Man muss dabei jedoch auch allen Menschen in den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten gerecht werden.

Wie wird es weitergehen? Dauernd hören wir von neuen Maßnahmen im Umgang mit Corona. Von drastischen Bestrafungen bei Nichteinhaltung, bis hin zum angeordneten Quarantänezwang.

Der eine Teil der Bevölkerung folgt demütig den Anordnungen. Der andere, immer größer werdende Teil der Menschen in Deutschland, bäumt sich auf gegen die scheinbare nicht endende Willkür der politischen Gängelung.

Doch einige Fragen muss sich unser „Staatsoberhaupt“ schon gefallen lassen: „Wo bleiben die Gedenkstunden für unsere von Migranten ermordeten Mitbürger? Für Vergewaltigungsopfer? Für die Opfer der insgesamt drastisch gestiegenen Kriminalitätsrate seit 2015. Für die Kinder, die mal eben von „Neubürgern“ vor einen einfahrenden Zug geworfen wurden? Wo sind die Gedenkstunden für tausende mittelständische Unternehmer und deren Familien, die nun vor dem Nichts stehen? Wann also zieht unser Bundespräsident die Konsequenzen aus seiner unsäglichen Politik?“ Bevor diese Fragen nicht eindeutig zufriedenstellend beantwortet werden, bleiben alle Aktivitäten Steinmeierscher Politik eine große Heuchelei. Überhaupt der Gedanke von ihm an eine zweite Amtszeit ist damit wohl überflüssig!

Titelbild Pixabay, Stephanie 07.09.2020

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