Blackout: Wenn es plötzlich dunkel wird in Deutschland

In der schon sehr belastenden Corona-Zeit geht der Trend gezwungenermaßen immer mehr in Richtung Homeoffice. Als der erste Lockdown von unserer Bundesregierung beschlossen wurde, als Geschäfte, Schulen und Kindergärten geschlossen blieben, hatte dies drastische Auswirkungen auf unsere Wirtschaft, da Arbeitnehmer zuhause bleiben mussten, es wurde weniger konsumiert, Familien verbrachten Tage zusammen in ihrem Heim, was weitere Probleme mit sich brachte. In den Medien ging es primär natürlich um die Infektionskrankheit, vergessen wurde jedoch zu erwähnen, dass viele Menschen die tagelang zuhause sind, viel Energie verbrauchen,…sehr viel Energie. Was wäre wenn diese Energie von einer Sekunde zur anderen nicht mehr zur Verfügung stehen würde? In Deutschland gehen plötzlich die Lichter aus.

Plötzlich ist alles tot. Großstädte und Metropolregionen sind schlagartig lahmgelegt. Es funktioniert kein Licht, kein Handy, kein Internet,  keine (Gas-, Fernwärme-, Öl-, Zentral-)Heizung, kein EC-Automat, keine Tankstelle und keine Ampeln  mehr. Aufzüge bleiben einfach stecken, aus den Wasserhähnen kommt kein Wasser mehr, zuhause kochen ist nicht mehr möglich. In unserem Alltag vergessen wir völlig, wie sehr unser Leben mit einer funktionierenden Stromversorgung verknüpft ist. Niemand kann sich vorstellen das selbst lebensnotwendige Hilfe in einem solchen Moment nicht mehr erreichbar ist. Das dies bei uns Menschen so einfach ausgeblendet wird könnte gefährlich werden, denn ein solches Szenario ist jederzeit möglich. Sind wir darauf vorbereitet?

Viele verbinden einen sogenannten Blackout mit einem Stromausfall, was nicht der Fall ist. Bei einem Stromausfall handelt es sich um ein regional, zeitlich begrenztes Ereignis, während ein Blackout ein plötzliches, länger andauerndes ( > 12 Stunden), überregionales Ereignis darstellt, das weitaus schwerwiegendere Folgen mit sich bringt.

Am Samstag, dem 4. November 2006, kam es gegen 22:10 Uhr zu einem größeren Stromausfall in Europa. Teile von Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien, Österreich, Spanien waren teilweise bis zu 120 Minuten ohne Strom; sogar in Marokko waren Auswirkungen spürbar. Von der E.ON Netzagentur war eine Höchstspannungsleitung abgeschaltet worden. Den Bericht der Bundesnetzagentur können sie hier lesen.

Die Basis für einen möglichen Blackout sind die zunehmenden Netzeingriffe, um das System stabil zu halten. Ein Blackout wird auch nicht durch ein Einzelereignis ausgelöst. Vielmehr handelt es sich dabei um ein Zusammentreffen von Einzelereignissen, die dann die Kettenreaktion in allen anderen Infrastruktursektoren und damit Versorgungsleistungen auslöst. Unser gewohntes Leben kommt abrupt zum Stillstand. Nichts funktioniert mehr wie gewohnt und es wird länger dauern, bis wieder eine Normalität hergestellt werden kann. 

Bei unserem europäischen Stromversorgungssystem handelt es sich um ein sogenanntes Verbundsystem welches unsere Versorgungssicherheit garantieren soll, und nur in seiner Gesamtheit funktioniert. Die Netzbetreiber machen tagtäglich ihren manchmal nicht ganz einfachen Job, um die Systemsicherheit aufrechtzuerhalten und einen Blackout zu verhindern. Die Energiewende war eine sehr große Herausforderung. Da Atom- und Kohlekraftwerke bei uns abgeschaltet werden sollen, müssen die Netzbetreiber einen immer aufwändiger, und damit teurer werdenden Aufwand betreiben, um unsere Netzstabilität zu gewährleisten.

Szenario eines Blackouts in Deutschland

Folgendes Szenario haben wir vom Verein für Energiesicherheit übernommen, um jeden dafür zu sensibilisieren, was uns hier in Deutschland bei einem Blackout erwarten würde. Wenn die von den Grünen zur Energiewende beschlossenen Maßnahmen fortgeführt werden, wird es zeitnah dazu kommen. Was also könnte (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) passieren?

Tag 1

Ausfall der Kommunikationsnetze und der Verkehrsleitsysteme. Der Schienenverkehr kommt sofort zum Stillstand. Dialysezentren und Arztpraxen müssen die Behandlung Kranker einstellen. Geldautomaten funktionieren nicht. Ein großer Teil des Einzelhandels, insbesondere Lebensmittelkarte, stellen die Verkaufe ein. Heizung und Warmwasser in den Wohnhäusern fallen ebenfalls aus.

Tag 2

Wasser- und Abwasserversorgung brechen großflächig zusammen. Die Kraftstoffreserven der Notstromaggregate in Krankenhäusern sind aufgebraucht. Die Zubereitung von Nahrung, insbesondere Baby- und Kindernahrung, ist nicht mehr möglich.

Tag 3

Vielen Menschen gehen bereits jetzt die Lebensmittelreserven aus. 50.000 Operationen täglich (teilweise lebensnotwendig) sind nicht mehr möglich. Soweit einige Lebensmittelläden noch geöffnet sind, wird nur Bargeld akzeptiert, das viele Menschen nicht mehr haben. Einbruche und Überfalle nehmen zu, es kommt zu ersten Plünderungen. Die Gefahr von Ausbrüchen und Revolten in den Gefängnissen steigt an.

Tag 4

Der Personen- und Güterverkehr ist fast völlig zum Erliegen gekommen und medizinische Versorgungsausfälle fordern erste Opfer. Pflegebedürftige Menschen können nicht mehr in erforderlichem Maße versorgt werden. Es herrscht Chaos in allen Lebensbereichen unserer Zivilgesellschaft.

Es ist überflüssig zu erwähnen, dass wir, zusätzlich zu den von der Bundesregierung angeordneten  Corona-Maßnahmen, in jeder Hinsicht viele weitere Opfer zu beklagen hätten. Eine grundlastfähige Energieversorgung ist für unser Leben essentiell. Unsere Netzsicherheit und deren Stabilität gewährleisten zu können hat oberste Priorität, diese kann man keinesfalls abhängig machen von ideologischen Spielchen der linksgrünen Parteien. Überlassen wir dies in Zukunft lieber Fachleuten,….genau wie die zu treffenden Maßnahmen einer Corona-Pandemie, die wahrscheinlich auch nur auf dem Papier existiert. Sandkastenspiele über unser aller Leben sind hier wohl kaum angebracht.

Titelbild Pixabay, R.S. 08.10.2020

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