Die Menschen in Deutschland werden derzeit nicht nur von Corona in die Zwangsjacke genommen, sondern auch der Winter hat uns fest im Griff. Wenn auch sicherlich viele begeistert sind von der weißen Pracht, so bringen die Schneemassen auch Probleme mit sich.

Von Stephanie S. 

Nun können die meisten von uns nicht klagen, haben eine Decke über dem Kopf, und eine warme Stube. Das gilt aber nicht für alle Menschen in unserem Land. Leider kann man immer mehr Flaschensammler auf den Straßen entdecken, und schon lange ist dieses keine Männerdomäne mehr. Auch Frauen gehen von einem Abfalleimer zum anderen, um Flaschen und auch etwas Essbares zu finden. Aber dabei erblickt man kaum Menschen in zerschlissener Kleidung. Auch Menschen in Not sind normal gekleidet, die alles dafür tun nicht aufzufallen, um den oft verächtlichen Blicken nicht ausgesetzt zu sein. Armut und Obdachlosigkeit findet sich heute in fast allen Gesellschaftsschichten. 

In meinem beschaulichen Heimatort südlich von Hamburg, konnte man bereits im Herbst kleine Gruppen von Menschen beobachten die bettelten, und die Nächte vor den Eingängen von Geschäften verbrachten. An diesen Anblick kann man sich nur schwer gewöhnen, Obdachlose werden eher den Großstädten zugeordnet. In Zeiten der Pandemie, der eigentlichen „Plandemie“ gibt es für diese Menschen keine oder kaum eine Lobby. Über die Jahre hinweg werden es immer mehr Menschen ohne festen Wohnsitz in unserem Land. Das hält unsere Kanzlerin aber nicht davon ab immer mehr Menschen in unser Land zu holen.

So werden für neue Mitbürger landesweit Wohnungen gebaut. Für die bereits „länger hier Lebenden“, also auch besonders die Obdach- und Wohnungslosen gibt es hingegen kaum dafür vorgesehene neue Unterkünfte. Da fragt man sich natürlich warum das so ist.

Laut dem Armutsbericht des Landesverbandes „DER PARITÄTISCHE“ gab es Stand November 2020 13,2 Millionen Menschen, die in Armut leben. Und das in unserem doch so reichen Land, wie die Politik immer behauptet. Jetzt in Corona-Zeiten sind wie der Phönix aus der Asche plötzlich Milliarden an Geldern vorhanden? Müssen wir bald mit Papiermangel rechnen? Die Gelddruckmaschinen scheinen ja 24 Stunden am Tag zu laufen. Warum erst jetzt? Menschen die in Armut leben scheinen für unsere Regierung kein lohnendes Thema zu sein. Denn Wählerstimmen sind damit nicht zu gewinnen.

Aber schauen wir genauer hin: Reale Obdachlosenzahlen für das Jahr 2020 sind bisher nicht zu finden. Es gibt derzeit noch keine statistischen Erhebungen laut der Bundesgemeinschaft Wohnungslosenhilfe. Was heißt es genau obdachlos zu sein: mit diesem Begriff werden Menschen bezeichnet, die selbst auf keinerlei Unterstützung von Bekannten und Freunden bauen können, und auf der Straße, in Bauruinen oder an ähnlichen Plätzen leben.

Im Januar 2020 beschloss der Deutsche Bundestag in einem Gesetzentwurf, eine jährliche offizielle Zählung, wie viele Menschen keine Wohnung haben. Die Ergebnisse für diese Statistik sollen jedoch erst ab dem Jahr 2022 veröffentlicht werden. Dies zeigt uns wie brisant dieses Thema ist. Obdachlos in Deutschland zu sein bedeutet, man hat keine eigene Wohnung, aber kann sporadisch in einer Pension, bei Freunden, Verwandten oder in einer Unterkunft wohnen. Ja wir nehmen es in unserem bürokratisch geregelten Land sehr genau. Die Begriffsbestimmungen sind da eindeutig geregelt.

Die Regierenden sollten sich eigentlich ernsthaft Gedanken machen, geredet wird immer von der Solidargemeinschaft in unserem Land und sozialer Verantwortung, dies sind nur leere Worthülsen. Damit ist keinem Menschen geholfen der in Armut lebt, und noch viel schlimmer, sein Lager in Hausfluren oder unter Brücken aufbauen muss. Nun kann man nur hoffen, dass den Zahlen/Schätzungen auch Taten folgen werden. Bereits 2017 wurde dieses Thema im Bundestag behandelt. Was ist seither geschehen? Die Kommunen haben für ausreichende Notunterkünfte zu sorgen, und dabei die Zahl der untergebrachten Wohnungslosen zu erfassen. Das Bundesamt sammelt die Zahlen/Jahr, diese fließen in eine Wohnungslosenberichterstattung vom Ministerium für Arbeit und Soziales.

Hierzu gab es Anträge auf einen Gesetzentwurf von den vier Oppositionsparteien, der AfD, der FDP, der Partei Die Linke sowie von Bündnis90/Die Grünen   

Nun sagt ein Verabschieden von Gesetzen erstmal nur aus: der Bundestag hat beschlossen… Die Umsetzung zeigt sich erst im Alltag der betroffenen Menschen. Ob eine jährlich erhobene Statistik ab dem Jahr 2022 schnell positive Veränderung bringen wird für die Obdachlosen, ist zu bezweifeln.

Einige Zahlen belegen die brisante Situation und das Versagen der Politik in unserem doch angeblich so reichen und offenen Land:

Positiv sind die Bemühungen der Kommunen den Menschen zu helfen. Jedoch kommen diese in Corona-Zeiten immer mehr an ihre finanziellen Grenzen. Besonders die Caritas und die vielen andere Organisationen mit ihren ehrenamtlichen Helfern sind täglich unterwegs um den Obdachlosen Hilfe anzubieten, wie heiße Getränke, Kleidung und Essen. Sie geben ihnen damit ein Stück ihrer Würde zurück, die im Laufe der Zeit verloren schien.

Viele Bürgerinitiativen setzen sich ebenso ständig für diese Menschen ein. Das kalte Winterwetter trägt zur Verschlimmerung der Situation bei. In verschiedenen Regionen haben wir derzeit hohe Minusgrade. Für Menschen auf der Straße ein regelrechter und verzweifelter Kampf ums Überleben. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Obdachlose oft ungern in gemeinsame Unterkünfte gehen, aus Angst vor Gewalt und Sorge um ihr weniges Hab und Gut.

Eine Initiative ist sehr bemerkenswert: der Modedesigner, Bas Timmer und seine Sheltersuit Foundation aus den Niederlanden, entwickelte einen wind- und wasserdichten Mantel, der in der Nacht wie ein Schlafsack benutzt werden kann, am Tage aufrollbar, wird dieser als Rucksack getragen. Sheltersuit (übersetzt Schutzanzug, Anm. d. Red.) heißt das Kleidungsstück und soll Obdachlosen das Leben erleichtern. In ganz Europa hat dieser Mann mit seiner Foundation bereits über 10 000 dieser Mäntel an Hilfsbedürftige verteilt. Sein nächstes Vorhaben in New York City ist, den ca. 92 000 Obdachlosen mit seinem Produkt zu helfen. Eine wahre Herausforderung!

Auch aus Hamburg wurde über deren Verteilung an Obdachlose berichtet. Jedoch kostet ein Mantel 300 €, diese werden durch Spenden finanziert. Lobenswert scheint mir, dass Firmen Kleidung, die nicht verkauft wurde, für die Herstellung dieser Mäntel spenden. Die Not kann Bas Timmer nicht abschaffen, aber vielen Menschen das Leben erleichtern. Solche Initiativen braucht es auf der ganzen Welt vermehrt da unsere Politik versagt, nicht nur in Deutschland!

Eine Frage stellt sich natürlich momentan: wer impft die vielen Obdach – und Wohnungslosen, sofern diese es wollen? Die Bahnhofmissionen, die zahlreichen Ärzte, die täglich ehrenamtlich unterwegs sind im Dienst für diese Personengruppe? In den Medien wurde dieses Thema noch nicht aufgegriffen! Da bestätigt sich wieder, es gibt keine Lobby für diese Menschen.

Die Lage in unserem Land wird noch schlimmer werden durch den sich momentan immer wieder verlängernden Lockdown. Eine Zunahme der Arbeitslosigkeit und der daraus oft folgenden Verarmung ist unvermeidbar. Die Politik ist aufgefordert wesentlich schneller zu handeln, denn es geht für die obdach- und wohnungslosen Menschen um das pure Überleben!

Ich bin sehr pessimistisch, wie die Politik auf diese Entwicklung reagieren wird. Sie hat seit Jahrzehnten versagt. Nur Lippenbekenntnisse ohne wirkliche Besserungen für die Schwächsten unserer Gesellschaft. Die Verbindung zum Bürger ist nicht mehr vorhanden, das zeigt sich immer wieder. Bestes Negativbeispiel ist unser Gesundheitsminister Jens Spahn, der sich mal eben in Zeiten der Corona-Pandemie eine Villa in Berlin mit seinem Mann gekauft hat. Für „schlappe“ 4 Millionen Euro. Was scheren ihn da über eine Million in Armut lebende Menschen in unserem Land?

Fazit: Auch wenn das Wohnungs- und Obdachlosenproblem endlich erkannt wurde, Statistiken kann man nicht essen, und diese schützen auch nicht vor Kälte. Es sollten endlich Taten folgen.

 

Titelbild Pixabay

Der von der Europäischen Kommission am 23. September 2020 vorgestellte Asyl- und Migrationspakt ebnet einer Politik der Massenmigration den Weg. Das wäre das Ende des europäischen Sozialstaats, der europäischen Nationen und der europäischen Kulturen.

Mehr Informationen bekommen Sie hier.

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