Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie und HIV-Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn, hat aufgrund der derzeitigen geplanten Corona-Maßnahmen die Befürchtung, dass härtere Ausgangssperren drohen könnten, und das bundesweit.

Virologe Streek warnt vor Ausgangssperren. Zwischenruf von R.S. 10.04.2021

Der Bonner Virologie-Professor Hendrik Streeck warnt vor einem härteren Lockdown mit Ausgangssperren. „Dadurch feuern wir das Infektionsgeschehen weiter an“, sagte Streeck im Videocast „19 – die Chefvisite“. Aktuell infizierten sich laut RKI vor allem sozial Schwache in beengten Wohnverhältnissen. Bei einer Ausgangssperre „können die sich nicht Corona-konform aus dem Weg gehen“, so Streeck. Seine Forderung: „Wir schaffen sichere Bereiche draußen, wo die Menschen sich treffen können, anstatt sie weiter zusammenzudrängen.“

Streeck denkt zum Beispiel an gelüftete Turnhallen mit Sicherheitspersonal. Diese Lösung sei besser als „private Graubereiche, wo keiner sehen kann, ob die Regeln eingehalten werden“. Das heiße „Ventile schaffen“, betonte er. Dabei könne auch die Außengastronomie eine Rolle spielen, wo das Infektionsrisiko vergleichsweise gering sei.

Verwundert zeigte sich Streeck über die Alarmrufe von deutschen Intensivmedizinern. In Frankreich liege die Inzidenz bei 400 auf 100.000 Einwohnern binnen einer Woche und damit vier Mal höher als in Deutschland. „Die gehen damit relativ gelassen um“, so der Virologe. Hierzulande führten steigende Inzidenzwerte dagegen zu Warnungen, als ob Deutschland „kurz vor der Triage steht“. 

Angesichts der unklaren Datenlage nach Ostern mahnte Streeck „ruhige Abwägung und Langzeitblick“ an. Er geht davon aus, dass sich „Coronaviren saisonal verhalten“ und rechnet mit einem „Abfall des Infektionsgeschehens in den nächsten Monaten“, wenn es wärmer wird. Hinzu kämen die Fortschritte bei der Impfung.

Schärfere Maßnahmen gegen Corona „befeuern das Infektionsgeschehen weiter“, Forderung nach sicheren Treffpunkten draußen, Triage in Deutschland?

Der Artikel erschien zuerst bei The European. Titelbild: Screenshot YouTube, Video Quelle

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